
Séverine Barde war schon in den letzten Werken Frédéric Choffats für die Kamera verantwortlich: Durch sie kam Frédéric Choffat in den Genuss mit einer äusserst sensiblen und rigorösen Spezialistin zusammenzuarbeiten. Nachdem der Stil einmal festlag, war es die Arbeit der Fotografin, ungleichgewichtige Momente zu erfassen und jenes Unwohlsein, welches durch unfreiwilliges Zusammentreffen zweier in einem Zug, Hotelzimmer oder einem Bahnhof gefangen Charaktere entsteht, festzuhalten. Séverine Barde lebt in Genf und verwirklichte das Filmbild von Comme des voleurs (2006), Nicolas Bouvier, 22th Hospital Street (2005), l'Évangile selon Aîmé, L' (2005) (TV), les Amants de la dent blanche (2005) (TV), Au large de Bad Ragaz (2004), Poids léger (2004), Garçon stupide (2004), J'ai toujours voulu être une sainte (2003), Le Jeu (2002), Zeit der Titanen (2001), Strip Dog (2001), Attention aux chiens (2000)... Sie ist ebenfalls Urheberin und Realisatorin einer Mini-Dokumentarserie : ‘Un ange passe’
Kamerafrau (S.C.S)
Ein 50min. Dokumentarfilm für die TSR, verschiedenste Arbeiten mit Schauspielern im Jahre 2002 und der Spielfilm ‘Genève-Marseille’. Sie erarbeitet die Bildführung für den Spielfilm ‘Tania’(in Produktion).
Séverine Barde leistet auch in diesem Film eine gewagte Arbeit. Zusammen entwickeln sie einen energetischen Rahmenstil, der abwechselnd mal körpernahe Grossaufnahmen in Bewegung, mal weitwinklige, fast objektive Fixaufnahmen zeigt.
Die ungesättigten und kontrastreichen Farbtöne bekräftigen das entschlossene zeitgenössische Erscheinungsbild dieser improvisierten Begegnungen.
An der Stelle, wo die schauspielerische Leistung sich einstellt, übernimmt das Bild seine wirkliche Aussagekraft. Der subjektive Blick wiederspiegelt besser als jedes Wort eine sich langsam einstellende Befangenheit der Männer und Frauen.